Gegen Mittag füllt sich das geräumige Quartierscafé im Seniorenzentrum Haus Anna am Campus Heusenstamm. Caritas-Mitarbeiterin Marija Stojanova hat an diesem Samstag im Oktober alle Hände voll zu tun. Zahlreiche Gäste lassen nach einer Besichtigung des „Betreuten Wohnens" bei Kaffee und Kuchen die Eindrücke auf sich wirken. Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenwohnanlage, die hier längst zuhause sind, haben sich ebenfalls im Café zum gemütlichen Plaudern eingefunden.
Während Stojanova Kuchenstücke über die Theke reicht, hat sie fast immer Zeit für ein paar persönliche Worte: „Cappuccino für Sie – wie immer? Die neue Brille steht Ihnen gut, sind Sie zufrieden damit?“ Man kennt sich, man erkundigt sich nach dem Befinden. Das Café im Erdgeschoss ist ein beliebter Treffpunkt und zugleich eine wichtige Anlaufstelle für die Mieterschaft. An Donnerstagen finden hier regelmäßig Infonachmittage statt.
Heute hat Mitarbeiterin Stojanova besonders für Besucherfragen ein offenes Ohr: Eine Seniorin erkundigt sich nach der Mittagsverpflegung, die unter der Woche im Rahmen des Betreuten Wohnens angeboten wird. Der Mittagstisch im Quartierscafé ist eine von mehreren Dienstleistungen, die den Alltag erleichtern können. Die Caritas-Mitarbeiterin holt kurzerhand die große Menütafel hervor und erklärt das Angebot.
120 Wohnungen für ein eigenständiges Leben im Alter
Während im Café die Gespräche weitergehen, führen Caritas-Bereichsleiter Philip Staab und sein Team im achten Obergeschoss von Haus Anna kleine Besuchergruppen durch die Musterwohnungen. Sie zeigen Grundrisse, erläutern Mietpreise und beantworten Fragen zu Serviceleistungen.

Insgesamt bietet Haus Anna 120 seniorengerechte Mietwohnungen, verteilt auf sechs Etagen des markanten dreiflügeligen Hochhauses am Campus Heusenstamm. Die hellen, barrierefreien Zwei- und Dreizimmerwohnungen liegen im sechsten bis elften Obergeschoss, sind zwischen 40 und 80 Quadratmeter groß und verfügen jeweils über eine Loggia oder einen Balkon. Küchenzeilen können eingebaut werden.
Für eine 61-Quadratmeter-Wohnung zahlen Mieterinnen und Mieter beispielsweise eine Kaltmiete von 859 Euro. Hinzu kommt eine obligatorische monatliche Betreuungspauschale in Höhe von 89 Euro pro Hauptmieter. Sie umfasst verschiedene Grundleistungen, darunter die Nutzung des Quartierscafés, wöchentliche Infonachmittage und eine Ansprechperson für die Koordination von Interessensgemeinschaften.
Unterstützung, die sich dem Leben anpasst

Bereichsleiter Philip Staab erklärt das Wohnkonzept: „Unsere Mieter können sich je nach Wunsch ein individuelles Servicepaket schnüren. Neben dem Mittagstisch bieten wir auch ein Notrufsystem, Wohnungsreinigung, Wäscheservice und weitergehende Beratung und Betreuung an.“ Dabei können sich die Bedürfnisse im Laufe der Zeit verändern, weiß Staab. Viele Menschen benötigen beim Einzug wenig Unterstützung, später möglicherweise mehr. „Genau darauf ist unser Angebot ausgerichtet“, sagt Staab.
Auch pflegerische Leistungen in der eigenen Wohnung lassen sich bei Bedarf organisieren. Die Caritas Ambulante Pflege hat ihre Diensträume direkt im Haus Anna, gleich neben dem Quartierscafé. So sind die Wege kurz und die Ansprechpartnerinnen vor Ort.
Für jede Lebenssituation die passende Begleitung

Caritas-Mitarbeiterin Brigitte Sonnemann, für die Vermietung zuständig, unterstreicht: „Für uns ist es wichtig, in Vorgesprächen die individuelle Situation der Wohnungsinteressenten in den Blick zu nehmen.“ Wie selbstständig gestaltet jemand seinen Alltag? Sind gesundheitliche Einschränkungen zu berücksichtigen, etwa bei der Mobilität? Welche Rolle spielen Gemeinschaft und soziale Kontakte?
Je nach persönlicher Situation kommen unterschiedliche Angebote im Rahmen des Betreuten Wohnens infrage: hauswirtschaftliche Unterstützung, ambulante Pflege oder die Nutzung der Tagespflege-Einrichtung von Haus Anna mit gemeinschaftlichen Aktivitäten und einer engeren Begleitung.
Sollte später eine umfassendere pflegerische Versorgung notwendig werden, bietet das Pflegeheim von Haus Anna, im Nachbargebäude gelegen, eine weitere Möglichkeit. Ein Wechsel bedeutet dann nicht unbedingt, das vertraute Umfeld verlassen zu müssen. Liebgewonnene Bekanntschaften können weiterhin gepflegt werden und auch die Umgebung bleibt dieselbe.
Bereichsleiter Staab rät Interessenten dazu, den Einzug ins Betreute Wohnen nicht erst bei zunehmender Pflegebedürftigkeit in Betracht zu ziehen, sondern deutlich früher eine bewusste Entscheidung für ein selbstbestimmtes und sicheres Leben im Alter zu treffen: „Idealerweise zu einem Zeitpunkt, an dem die eigene Selbstständigkeit und Mobilität noch weitgehend erhalten sind. Dann kann man sich in Ruhe an sein neues Wohnumfeld gewöhnen, soziale Kontakte knüpfen und die vielfältigen Angebote nutzen.“
Ein neuer Lebensabschnitt beginnt
Am Ende des Besichtigungstags kehrt auch im Quartierscafé wieder Ruhe ein. Rund 180 Café-Gäste hat Caritas-Mitarbeiterin Stojanova an diesem Tag gezählt. Während die letzten Besucherinnen und Besucher das Haus verlassen, fährt vor dem Haupteingang ein weißer Transporter vor. Umzugskartons werden ausgeladen. Ein freundlicher älterer Herr steigt aus und erzählt, dass er heute seine neue Wohnung bezieht. Bereits im Frühjahr hatte er an einer Besichtigung teilgenommen. Für die einen war es an diesem Samstag ein erster Einblick ins Betreute Wohnen. Für ihn beginnt hier ein neuer Lebensabschnitt.
Willkommen im Haus Anna!
(Text: Sabine Schilha, Fotos: Teodora Stoeva)
Fragen zum Betreuten Wohnen im Seniorenzentrum Haus Anna
am Campus Heusenstamm werden beantwortet unter
Telefon: 069 / 84005-400 oder per E-Mail: wohnen@cv-offenbach.de
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