URL: www.caritas-offenbach.de/presse/wohnraumberatung-in-offenbach-ein-angebo
Stand: 31.10.2018

Pressemitteilung

Wohnraumberatung in Offenbach: Ein Angebot von Caritas und MainArbeit für Wohnungssuchende

„Vor allem diejenigen, die unmittelbar von Wohnungslosigkeit bedroht sind und deshalb kurzfristig ein neues Zuhause suchen, haben schlechte Karten auf dem angespannten Wohnungsmarkt. Aber auch Sprachbarrieren, fehlendes Wissen zur Vorgehensweise, Berührungsängste mit Online-Medien oder persönliche Handicaps sind Gründe, warum manche Menschen bei der Suche auf persönliche Unterstützung angewiesen sind“, sagt Ornella Liscapade von der Caritas-Wohnraumberatung. Die Wohnraumberatung im Caritashaus St. Josef gibt es bereits seit 2006. Sie wurde im Auftrag des kommunalen Jobcenters MainArbeit eingerichtet und wendet sich speziell an Leistungsberechtigte nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II), die von der MainArbeit betreut werden. Zielgruppe sind vor allem solche Klienten, die sich mit der Wohnungssuche ersichtlich schwertun und dabei besondere Unterstützung benötigen. Das Jobcenter finanziert die Beratung und weist die Wohnungssuchenden zu. 45 Personen haben im ersten Halbjahr 2018 dieses Angebot zur Selbsthilfe angenommen. Jeder Fünfte von ihnen konnte bereits eine Wohnung finden.

Damit die Unterstützung passgenau und effizient ankommt, umfasst das Beratungsangebot sechs verschiedene Module – von Informationsveranstaltungen und Trainings für Gruppen, über Einzelgespräche bis hin zur intensiven Einzelfall-Begleitung mancher Klienten. „Im Vordergrund steht aber die Hinführung zur Selbsthilfe“, betont Liscapade. Welche Beratungsmodule ein Klient benötigt, hängt davon ab, über welche Deutschkenntnisse er verfügt und inwieweit er nach einer Beratung eigenständig in der Lage ist, mit potentiellen Vermietern in Kontakt zu treten.

„Manchen Klienten fehlt einfach die Erfahrung in Sachen Wohnungssuche. Wenn sie wissen, wie und wo sie auf Suche gehen können, hilft ihnen das schon weiter. Im Caritashaus können unsere Klienten kostenlos telefonieren, faxen und im Internet recherchieren. Andere brauchen einen Anschub in Sachen Motivation und Selbstvertrauen, um zum Telefonhörer zu greifen; da hilft ein Training. Bei größeren Sprachhemmnissen führen wir als Berater selbst die Telefonate und verhandeln mit Vermietern“, erklärt Liscapade das stufenweise Vorgehen. „Zum Glück können wir hier im Caritashaus auf einen großen Mitarbeiter-Sprachpool zurückgreifen, wenn es die Verständigung mit den Klienten erfordert.“

Kommen zur prekären Wohnungssituation der Klienten weitere persönliche Notlagen hinzu, so kann eine intensive Begleitung in Anspruch genommen werden. In diesen Fällen übernehmen die Berater die Suche, begleiten bei Besichtigungen und wickeln Vertrag und Einzugsmodalitäten ab.

Einer solchen Intensivberatung angelehnt ist auch das sogenannte „Fallmanagement für notuntergebrachte Personen“. Das zusätzliche Vermittlungsangebot ist Menschen vorbehalten, die ihre Wohnung verloren haben, von der Stadt vorübergehend in Notunterkünften untergebracht werden und Leistungen nach dem SGB II beziehen. Das Jobcenter weist auch hier die Klienten zu und finanziert das Unterstützungsangebot.

Beim Fallmanagement wird jeder Einzelfall im Detail betrachtet und bei Bedarf über mehrere Monate begleitet. So ist eine sehr gezielte Wohnungssuche möglich. Die Caritas-Wohnraumberater kennen den lokalen Wohnungsmarkt. Sie beurteilen Mietangebote im Hinblick auf den Bedarf und die Chancen der Wohnungssuchenden, stellen Kontakt zum Vermieter her und begleiten die Klienten gegebenenfalls auch zu Gesprächen mit dem Vermieter.

Das Fallmanagement für Notuntergebrachte ging im Oktober 2014 an den Start – und ist seither sehr erfolgreich, wie Anette Bacher, Bereichsleiterin der Caritas, berichtet. Die Vermittlungsquote der Menschen, die keine Wohnung mehr hatten, liege bei über 50 Prozent. „Das ist im Städtevergleich ein sehr gutes Ergebnis“, kommentiert Bacher. Sie spricht von einer „Win-Win-Situation“: Neben den Betroffenen profitieren auch die Kommunen von der erfolgreichen Vermittlung. Denn die temporäre Unterbringung in Notunterkünften, für deren Kosten die Stadt aufkommt, ist deutlich teurer, als es die finanziellen Aufwendungen für Leistungsempfänger in regulären Mietverhältnissen sind.

Kontakt Wohnraumberatung:

 Frau Jensy Kannenkerril
- Wohnraumberaterin -
Caritasverband Offenbach/Main e.V. / CariJob gGmbH
Platz der Deutschen Einheit 7

63065 Offenbach am Main

Tel.: 069 / 80064-256 (Sprechzeiten: Di bis Fr 10–16:30 Uhr)

E-Mail: jensy.kannenkerril@cv-offenbach.de