URL: www.caritas-offenbach.de/presse/schulung-zum-alltagsbegleiter-fuer-senio
Stand: 07.08.2019

Pressemitteilung

Schulung zum „Alltagsbegleiter für Senioren“

Heusenstamm. Maria Südkamp ist sehr zufrieden mit den Leistungen ihrer Kursteilnehmerinnen. Seit März dieses Jahres organisiert die Caritas-Projektleiterin Schulungen im Kreis Offenbach, in denen „Alltagsbegleiter für Senioren“ ausgebildet werden. Die Caritas-Sozialstation Heusenstamm bietet den Kurs in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung und der Seniorenhilfe Heusenstamm in neun Schulungseinheiten an. Zwölf Frauen zwischen 36 und 74 Jahren haben im Mai die erste Schulung erfolgreich abgeschlossen. Ihr theoretisches Wissen als auch ihr praktisches Können stellten sie am Abschlusstermin in Gruppenarbeiten und Übungen erfolgreich unter Beweis. Als qualifizierte „Alltagsbegleiterinnen für Senioren“ sind sie nun gut vorbereitet auf die Aufgabe, ältere Menschen in ihrer häuslichen Umgebung zu betreuen.

Die Aufgaben eines Alltagsbegleiters für Senioren

„Es geht darum, Senioren dabei zu unterstützen, die kleinen Hürden des Alltags besser zu meistern“, erläutert Südkamp das Projekt. „Die Alltagsbegleiter können die Betreuten zum Einkauf auf den Wochenmarkt, zum Frisör oder zum Arzt begleiten, wenn sich die älteren Menschen diese Wege alleine nicht mehr zutrauen. Die Begleiter helfen bei den Mahlzeiten, lesen aus der Zeitung vor und sind Gesprächspartner. So kann der gewohnte Tagesablauf, können die Kontakte in den Stadtteil aufrechterhalten werden – trotz altersbedingter Einschränkungen“, sagt sie. Ein weiterer Vorteil ist, dass pflegende Familienangehörige durch Alltagsbegleiter stundenweise entlastet werden.

Gut vorbereitet durch theoretische und praktische Schulungsinhalte

Zu den Lehrgangsinhalten gehören Informationen zu physischen und psychischen Veränderungen im Alter, zur Hygiene und zum Anreichen von Essen und Getränken. Die Anwendung seniorengerechter, aktivierender Bewegungsübungen wurde ebenso geschult wie Gesprächstechniken, etwa das „aktive Zuhören“. Was versteht man unter „Erinnerungsarbeit“ und was kann sie bewirken? Was nehmen Demenzerkrankte noch wahr, wie interpretieren sie Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen? Viele dieser Fragestellungen wurden in den Gruppenarbeiten am Abschlusstermin noch einmal thematisiert.

Praktikum hat Kursteilnehmer stark beeindruckt

Eine Rückschau auf das neunstündige Praktikum, das Teil der Schulung war, durfte am Abschlusstag nicht fehlen. Unisono stark beeindruckt zeigen sich die Kursteilnehmerinnen von diesem Lernprozess. Sie hatten Pflegefachkräfte und Betreuer der Caritas-Sozialstation zu alten Menschen begleitet, ihnen bei der Arbeit über die Schulter geschaut und erste Betreuungsaufgaben wahrgenommen. „Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, in fremde Haushalte zu gehen“, sagt Ute Kern-Müller, Bereichsleiterin für ambulante Pflege bei der Caritas Offenbach. Und weiter: „Es ist sinnvoll, vorab mit der Situation konfrontiert zu werden und zu sehen, wie das Gelernte in der Praxis umgesetzt wird: Welche Regeln gilt es einzuhalten – etwa die obligatorische Handdesinfektion vor und nach dem Hausbesuch. Wie stelle ich mich vor? Wie wende ich Gesprächstechniken an?“ „Das Praktikum war eine besondere Erfahrung – ich habe danach zu Hause hochemotional reagiert“, schildert eine Kursteilnehmerin ihre Eindrücke. Eine andere berichtet: „Anfangs war die von mir betreute Person schüchtern, aber nach zwei Wochen ist sie regelrecht aufgeblüht. Man hat gemerkt, wie das Vertrauen gewachsen ist. Auch die Gespräche mit den Angehörigen waren sehr interessant.“ „Pflegedienst und Betreuer sind wichtige Ansprechpartner im Leben hochbetagter Menschen, ebenso für die Angehörigen, bestätigt Kern-Müller. „Die Menschen freuen sich, wenn sie sich mit jemandem austauschen können. Die Zeit dafür bringen Sie als Alltagsbegleiter mit. Auch können Sie Kompetenzen der Betreuten erkennen und wertschätzend darauf eingehen. Das ist für die Betroffenen von großer Bedeutung“, so Kern-Müller.

Einsatz als Alltagsbegleiter im Raum Heusenstamm möglich

Projektleiterin Südkamp hofft, dass sich viele der qualifizierten Kursteilnehmerinnen dafür entscheiden, künftig als „Alltagsbegleiterin“ im Raum Heusenstamm aktiv zu werden und sich bei der Caritas-Sozialstation für diese Tätigkeit bewerben. Bei der feierlichen Überreichung des Alltagsbegleiter-Zertifikats erhält jede der Absolventinnen auch eine Rose. „Herzlichen Glückwunsch an Sie alle, dass Sie dieses Wissen erworben haben“, gratuliert Kern-Müller im Namen des Caritas-Teams. Die Rose soll symbolisieren, dass Alltagsbegleiter für die betreuten älteren Menschen etwas ganz Besonderes sind.