URL: www.caritas-offenbach.de/presse/neues-multiplikatorinnenprojekt-unterstu
Stand: 31.10.2018

Pressemitteilung

Neues MultiplikatorInnenprojekt unterstützt Menschen mit Fluchterfahrung in der Mainspitze-Region

Für viele dieser Menschen bringt das Leben in den Ankunftsländern unzählige Herausforderungen und Hindernisse mit sich. Die neuen Lebensumstände und der Gesundheitsstatus dieser Menschen sind oftmals prekär in Deutschland. Hinzu kommt, dass in vielen Herkunftsländern aufgrund von Krieg und anderen lebensbedrohlichen Faktoren das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen bereits vor der Flucht beeinträchtigt waren.

Eine solche Situation lässt sich auch bei vielen in der Mainspitze lebenden Menschen mit Fluchterfahrung finden. Im Rahmen unserer Flüchtlingssozialarbeit äußern KlientInnen körperliche Beschwerden sowie psychosoziale Problemlagen. Das deutsche Gesundheitssystem ist mit seiner Struktur und seinen Angeboten oftmals unübersichtlich und für die Neuankömmlinge schwer zugänglich.

Es ist wichtig, das Bewusstsein von Menschen mit Fluchterfahrungen für die Erhaltung, Wiederherstellung und Förderung der eigenen Gesundheit weiter auszubauen. Ebenso sollten sie über ihre Gesundheitsrechte und Angebote des lokalen Gesundheitssystems informiert werden.

Projekt zur interkulturellen Gesundheitsaufklärung

Daher reichte der Caritasverband Offenbach/ Main e.V. Ende April 2018 in Kooperation mit dem Fachbereich Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises Groß-Gerau einen Projektantrag bei der UNO-Flüchtlingshilfe zur interkulturellen Gesundheitsaufklärung von Menschen mit Fluchterfahrung ein. Das Projekt wurde in seiner Laufzeit von einem Jahr bewilligt und startete im August 2018. Auch kommunale Unterstützung trägt zur Umsetzung des Projekts bei.

Das übergeordnete Ziel des Projektes ist, dass Menschen mit Fluchterfahrung aus der Region Mainspitze, konkret den Kommunen Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg, bei der Erlangung und Erhaltung eines selbstbestimmten und gesunden Lebens unterstützt wurden. Vorbild für das Vorhaben ist das Modellprojekt „Kommunale Gesundheitsinitiativen interkulturell – KoGi“, das in Frankfurt am Main bereits erfolgreich umgesetzt wird.

Im Kern geht es bei dem neuen Projekt darum, dass ehrenamtliche MultiplikatorInnen künftig Menschen mit Fluchterfahrungen im Rahmen kleiner Veranstaltungen über Gesundheitsthemen informieren. Besonders Personen mit Erfahrungen in den Bereichen „Gesundheit“ und „Soziales“ und einer Mehrsprachigkeit bringen sehr gute Voraussetzungen für die Aufgabe als MultiplikatorIn mit. Die Projektidee sieht auch vor, Menschen mit eigenen Fluchterfahrungen als MultiplikatorInnen in das Projekt einzubinden.

Um die Ehrenamtlichen auf diese Aufgabe vorzubereiten, werden Sie zu verschiedenen Gesundheitsthemen, zu Methodik und Didaktik für Veranstaltungsplanung und -durchführung sowie zur niedrigschwelligen Arbeit mit der Zielgruppe geschult. Nach erfolgreicher Teilnahme bekommen sie ein Zertifikat.

Einer der ersten Schritte im August und September wird sein, interessierte Menschen für die Schulung als MultiplikatorIn zu ermitteln. Die sieben gesundheitsbezogenen Schulungen werden dann im Zeitraum Oktober 2018 bis Januar 2019 ortsnah stattfinden. Weiter sind ein Didaktik- und Methodik Wochenende sowie eine eintägige praktische Übungseinheit als Schulungsmaßnahmen vorgesehen.

Ab Februar 2019 ist es dann soweit: Die Gesundheitsveranstaltungen für die Menschen mit Fluchterfahrungen werden zum ersten Mal umgesetzt. Die ehrenamtlichen Kräfte werden dabei kontinuierlich durch eine pädagogische Fachkraft und der Projektleitung betreut. Für jede Durchführung erhalten die Ehrenamtlichen eine Pauschale.

Qualitätsmanagement und Verstetigung

Obgleich das Projekt zunächst bis Juli 2019 gefördert wird, sollen die geflüchteten Menschen natürlich auch über diesen Zeitraum hinaus von der Projektarbeit profitieren. So ist beabsichtigt, das Projekt kontinuierlich zu evaluieren und zu optimieren, und das Angebot für geflüchtete Menschen in der Mainspitze langfristig zu etablieren. Ebenso könnten in Zukunft die Zielgruppe und die regionale Eingrenzung im Anschluss erweitert werden.

(Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich an: melanie.lutz@cv-offenbach.de)