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Stand: 31.10.2018

PM von Harald H. Richter

Mehr als ein günstiges Mahl

OFFENBACH

Mehr als zwei Dutzend Senioren sind ins Stadtteilbüro gekommen, wollen es sich an der vorösterlich eingedeckten Tafel schmecken lassen.
„Guten Appetit!“ heißt es, als alle versammelt sind, und den haben sie mitgebracht. Diesmal wird
Schweinebraten mit Erbsen und Möhren aufgetischt, dazu gibt es Kroketten und zum Dessert
Himbeeren auf Vanilleeis. Das Fleisch nicht etwa vom Discounter, sondern frisch aus einer
Offenbacher Metzgerei. Alles sieht nicht nur gut aus, es ist auch bekömmlich, was die fleißigen
Ehrenamtler Erika Schlegel, Waltraud Zang, Tatjana Kravets und Dragica Hadzija am Vormittag in
der Küche zubereitet haben.
Beinahe auf den Tag genau seit vier Jahren  gibt es die „Lauterborner Küche“, ein Angebot des Projekts „Aktiv Altern im Lauterborn“ für ältere  Menschen, die zu eine Komplettpreis von 4,50 Euro nicht nur ein sättigendes Mittagessen serviert bekommen, sondern hinterher noch Kaffee und Kuchen. Überwiegend Alleinstehende aus dem Viertel nutzen dieses Angebot, in der Mehrzahl Frauen.
„Mit seinerzeit sieben Gästen hat es begonnen“, ruft Projektleiterin Ingrid Wittfeld vom
Caritasverband Offenbach in Erinnerung und hebt das Sektglas, um auf den vierten Geburtstag 
der „Lauterborner  Küche“ anzustoßen. Zu diesem Anlass ist auch Quartiersmanager Marcus
Schenk gekommen, der die Maßnahme aus dem ihm zur Verfügung stehenden Sozialbudget finanziell
unterstützt. Anschließend überreicht Wittfeld  Erinnerungsurkunden an die treuesten Teilnehmer.   „Etliche private Förderer helfen uns ebenfalls“ ,betont die Projektleiterin, nennt die Eheleute Gisela und Dieter Jahn sowie den inzwischen 89-jährigen Klaus Großmann, der seit der Anfangszeit dabei ist und regelmäßig etwa spendet. Der Verein Besser Leben  im Lauterborn, die Baugesellschaften GBO und Nassauische Heimstätte sowie Dr. Heidrun Weber-Grandke  trügen gleichfalls dazu bei ,das Angebot aufrecht zu erhalten, erinnert Wittfeld.
Was bescheiden begann, entwickelte sich zum Renner. Denn bald sprach es sich im Quartier herum,
dass der einmal in der Woche angebotene Mittagstisch nicht nur eine kostengünstige Alternative zum  Selberkochen sein konnte. Er bot eine willkommene Gelegenheit, in geselliger Runde beisammen zu sein und mit anderen Senioren ins Gespräch zu kommen. „Die älteren Menschen freuen sich jedes Mal darauf“, hat Seniorenlotsin Roswitha Behr beobachtet. Sie gehört seit längerem zum ehrenamtlichen Team der Alltagsbegleiter, die wöchentlich zwei Mal als Ansprechpartner für die Senioren da sind, ihnen auch bei der Regelung behördlicher Angelegenheiten behilflich sind.
Das Caritasprojekt „Aktiv Altern im Lauterborn“ verfolgt das Ziel, alten Menschen aus dem Stadtviertel  zu einem angenehmen und möglichst selbst bestimmten Lebensabend in ihrer gewohnten Umgebung zu verhelfen. Die Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, wozu Spielenachmittage und die    „Lauterborner Küche“ zählen, sei ein bedeutender und die soziale Gemeinschaft stützender Faktor, so Ingrid  Wittfeld.
Der Menüplan, in den Wünsche und Anregungen der Gäste einfließen, wird zeitig genug  im Voraus  erstellt, so dass Mitarbeiter Ingo Rauche vom Stadtteilbüro Lauterborn die erforderlichen
Lebensmittel bis zum Donnerstag besorgen kann. Das weibliche Küchenfee-Quartett tritt dann am Morgen in Aktion, deckt die Tafel ein, bereitet die Haupt- und Nachspeise zu, sorgt für Erfrischungen und  kümmert sich darum, dass Kaffee und Gebäck auf den Tisch gelangen.
Und noch während die Gäste anregende Tischgespräche führen, sind Erika Schlegel und ihre
Kolleginnen hinter den Kulissen bereits fleißig am Putzen und Spülen, damit die Küche hinterher
wieder blitzblank anmutet und  für die nächste Verwendung sauberes im Schrank steht.

Pressemitteilung und Foto von Harald H.Richter