URL: www.caritas-offenbach.de/presse/lauterborner-freundeskreis-feiert-40-jae
Stand: 13.12.2016

Pressemitteilung

„Lauterborner Freundeskreis“ feiert 40-jähriges Bestehen

Seit 40 Jahren engagieren sich Ehrenamtliche der Mirjamgemeinde für Bewohner im Alten- und Pflegeheim St. Ludwig im Caritaszentrum – Gesellige Nachmittage immer donnerstags – Andacht und Festakt zum Jubiläum – Grußworte, Blumen, Geburts-tagstorte und Spende für die Ehrenamtlichen.

Der Donnerstag ist ihr Jour Fixe – seit nunmehr 40 Jahren: Dann immer trifft sich der „Lauterborner Freundeskreis“ der evangelischen Mirjamgemeinde im Caritas-Altenpflegeheim St. Ludwig, um gemeinsam mit Heimbewohnern einen geselligen Nachmittag zu verbringen. Zum Freundeskreis-Team um Vira Vollmer, die seit 20 Jahren den Kreis ehrenamtlich leitet, zählen derzeit Charlotte Lachnit, Gisela Lohwasser, Uschi Müller-Farrenkopf und Ini Reuter. Logistisch unterstützt werden sie von Caritas-Mitarbeiterin Ingrid Wittfeld, die die verschiedenen Ehrenamtsaktivitäten in den Altenpflegeheimen St. Ludwig und St. Elisabeth im Caritaszentrum koordiniert. Aktuell nehmen etwa 15 Heimbewohner an den wöchentlichen Treffen in St. Ludwig teil. Es wird zusammen Kaffee getrunken, gerätselt, gesungen, gebacken, Geburtstage gefeiert, auch mal Gymnastikübungen gemacht, ein Film angeschaut oder – außer der Reihe – ein Ausflug zum Wochenmarkt unternommen. Aber Hauptsache ist und bleibt die persönliche Begegnung und der Austausch über das, was die Woche gebracht hat.

Andacht und Festakt zum Jubiläum

Am Donnerstag, den 26. Oktober, ist vieles anders: An diesem Tag feiert die Gruppe mit einer Andacht in der Kapelle von St. Ludwig und anschließend im festlich eingedeckten Multifunktionssaal des Caritaszentrums ihr 40-jähriges Jubiläum – gemeinsam mit Ehren-gästen und zahlreichen Gratulanten. Neben Heimbewohnern sind Freunde und Förderer, Vertreter der Stadt Offenbach, aktuelle und frühere Wegbegleiter aus der evangelischen Gemeinde in Lauterborn und Mitarbeiter des Caritasverbandes gekommen. Einige ehemalige Engagierte haben eine Anreise quer durch Deutschland nicht gescheut. Entsprechend groß ist das Hallo beim Eintreffen der Gäste: es wird geherzt und gedrückt, Geschichten sprudeln, alte Fotos werden aus der Tasche gezogen: „Weißt du noch…?“

Den Heimbewohnern ein Stück Alltag ermöglichen

Ein besonderer Ehrengast ist Helga Walther. 1977 hat die frühere Gemeindepädagogin der evangelischen Lauterborngemeinde den Freundeskreis ins Leben gerufen. Walther erinnert sich noch gut an die Anfänge vor 40 Jahren: „Ein junger Mann, der von Kindheit an auf den Rollstuhl angewiesen war und im Pflegeheim St. Ludwig wohnte, sprach mich an. Er fragte, ob wir regelmäßige Treffen mit ihm und den anderen dort lebenden jungen Behinderten im Pflegeheim organisieren könnten. Ihm war die Verbindung zur Gemeinde sehr wichtig.“ Mit seinem Vorschlag rannte er bei Walther offene Türen ein. Die Gemeindereferentin nutzte ihre Kontakte zum Flötenkreis, zu den Konfirmanden und deren Mütter – im Nu hatte sie eine Gruppe um sich geschart, die regelmäßig Besuche in St. Ludwig organisierte. Der Freundeskreis Lauterborn war geboren. Nach 20 Jahren Tätigkeit gab Helga Walther die Leitung des Freundeskreises an ihre Team-Mitstreiterin Vira Vollmer weiter. „Es waren reiche, intensive Jahre“, sagt Walter rückblickend. Besonders freut es sie, beim Jubiläum eine ihrer früheren Gruppenbesucherinnen wiederzusehen: Heimbewohnerin Gudrun Arndt, Teilnehmerin der ersten Stunde, ist bis heute den Donnerstagstreffen im Gruppenraum von St. Ludwig treu geblieben.

„Leitgedanke des Freundeskreises war und ist das Miteinander behinderter und nicht behinderter Menschen“, sagt Vira Vollmer später in ihrer Ansprache an die Gäste. Auch wenn die heutigen Gruppenteilnehmer überwiegend altersbedingt und nicht aufgrund einer Behinderung im Heim wohnen – so gelte nach wie vor: „Es geht darum, den Bewohnern einerseits ein Stück Alltag von draußen ins Heim zu bringen. Andererseits, ihnen durch Ausflüge die Möglichkeit zu bieten, auch am Leben draußen teilzuhaben“, so Vollmer.

Der Freundeskreis ist auch politisch aktiv geworden

Für dieses Anliegen wurde der Freundeskreis in der Vergangenheit auch schon mal politisch aktiv: Vor den Stadtwerken demonstrierte die Gruppe für die Einführung von Niederflurbussen, als es diese in Offenbach noch nicht gab. Um ihrer Forderung nach Barrierefreiheit Nachdruck zu verleihen, setzte das Team ein anderes Mal kurzerhand einen Politiker in einen Rollstuhl. Er wurde gebeten, per Rollstuhl eine nur mäßig barrierefreie Fußgängerbrücke zu überqueren, erinnert sich Walther schmunzelnd. Die Politiker scheinen es dem Freundeskreis nicht übel genommen zu haben – im Gegenteil: Für ihr Engagement verlieh ihnen die Offenbacher Stadtverordnetenversammlung 1997 den Ferdinand-Kallab-Preis. Eine Anerkennung, auf die die Lauterborner noch heute zu Recht stolz sind.

Grußworte, Blumen, Geburtstagstorte und Spende für die Ehrenamtlichen

An diese und andere denkwürdige Momente und Episoden aus der 40-jährigen Geschichte des Lauterborner Freundeskreises erinnern die Grußredner und Gratulanten im Verlauf der Feier. Eine große Geburtstagstorte wird angeschnitten, Blumen und Geschenke werden überreicht. Im Namen des Magistrats und im Namen des Oberbürgermeisters Horst Schneider spricht Stadträtin Marianne Herrmann den Ehrenamtlichen ihre große Anerkennung, ihren Respekt und ihren Dank aus. „Als optimistische Realisten geben Sie Hoffnung und Freude, die sie selbst empfinden, an die betreuten Menschen weiter“, so Herrmann. Den Glückwünschen schließt sich auch Reinhard Knecht, Ehrenamtsbeauftragter der Stadt Offenbach, an und übergibt im Namen der Stadt als Geburtstagsüberraschung eine Spende von 200 Euro. Seine guten Wünsche für die Zukunft verbindet er mit der Bitte: „Machen Sie weiter so – reichen Sie Ihr Engage-ment an die nächste Generation weiter.“ Damit spricht er auch Vira Vollmer aus dem Herzen: „Wir freuen uns, wenn jüngere Leute zu uns stoßen und unterstützen. So dass wir den Freundeskreis weiterführen und in 10 Jahren das nächste Jubiläum feiern können!“

Wer sich für Ehrenamtsarbeit in den Caritas-Altenpflegeheimen St. Ludwig und St. Elisabeth interessiert, kann sich gerne an Koordinatorin Ingrid Wittfeld wenden: Telefon 069/ 84005-162.