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Stand: 07.08.2019

Pressemitteilung

„In Netzwerken arbeiten ist so wichtig!“

Offenbach/Main

Im Caritas-Altenpflegeheim St. Ludwig geben sich an einem Donnerstag-nachmittag die Ehrenamtlichen die Klinke in die Hand: Eben noch saß der „Lauterborner Freundeskreis“ mit Heimbewohnern beim gemütlichen Waffelessen und Rätsellösen zusammen im Gruppenraum, nun findet hier gleich das erste „Ehrenamtscafé“ statt. Etwa ein Dutzend Damen und Herren finden sich ein. Sie engagieren sich ehrenamtlich in der Altenhilfe, „weil es Freude macht“ oder „weil ich es spannend finde, wie alte Menschen denken“ und „es ein Stück weit auf das eigene Alter vorbereitet“.

Ingrid Wittfeld, seit einem halben Jahr Koordinatorin für die Ehrenamtsarbeit im Caritasverband Offenbach, hat im neuen Jahr zu dem gruppenübergreifenden Treffen bei Kaffee und Kuchen eingeladen. Weitere Termine sind geplant. „Als Ansprechpartnerin für die Ehrenamtlichen in der Altenpflege greife ich Ideen und Anregungen auf, biete Unterstützung an, kümmere mich um Informations- und Fortbildungswünsche“, erklärt sie. Vor allem für den Erfahrungsaustausch der Ehrenamtlichen untereinander möchte sie sich stark machen.
„In Netzwerken arbeiten ist so wichtig“, sagt sie. Das gelte für die Vernetzung intern ebenso wie nach außen in den Stadtteil. Die 59-jährige Diplom-Pädagogin weiß, wovon sie spricht. Im Caritas-Projekt „Aktiv Altern im Lauterborn“ arbeitet sie seit Jahren mit ehrenamtlichen Seniorenlotsen und Nachbarschaftshelfern, mit dem Quartiersmanagement und dem Verein „Besser Leben im Lauterborn“ eng zusammen.

Dass bei den Teilnehmern am Ehrenamtscafé ein großes Interesse am Austausch besteht, zeigt sich schnell: Als sich ein Herr als „Sammler und Erzähler heiterer Offenbacher Geschichten“ vorstellt, wird er gleich von mehreren Seiten gefragt, ob er auch auf Karnevalsveranstaltungen oder Weihnachtsfeiern auftrete, was er bejaht. Auch beim Thema „Internetnachmittag für Senioren“, von dem ein anderer Ehrenamtlicher berichtet, werden spontan Terminkalender gezückt. Manfred Bebendorf war beruflich in der IT-Branche unterwegs und ist überzeugt: „Das Internet ist unbedingt etwas für Senioren, die nicht mehr so mobil sind!“ Daher unternimmt er einmal monatlich mit Pflegeheimbewohnern Ausflüge in die virtuelle Welt. Dank Beamertechnik, Google Maps, Street View und Live-Webcams erkunden sie die ehemaligen Urlaubsorte der Senioren. Auch gemeinsame Filmabende organisiert Bebendorf regelmäßig im Altenpflegeheim. „Welche Filme die Renner sind, weiß ich mittlerweile“, schmunzelt er.

Unter den Ehrenamtlichen werden aber auch Fragen der Betreuung lebhaft diskutiert. Wie gelingt es, eine Beziehung aufzubauen „bei der die Chemie stimmt“, bei der aber gleichermaßen ein angemessener persönlicher Abstand zum Betreuten gewahrt bleibt? „Manche Seniorenbegleitung fängt einfach an und wird mit fortschreitendem Alter des Betreuten anspruchsvoll“, erklärt ein Teilnehmer. Gut, wenn man dann ein Schulungsangebot wahrnehmen kann: zum Beispiel zum Thema Demenz und zur Einbeziehung biografischer Aspekte bei der Seniorenbegleitung. Der Caritasverband des Bistums Mainz bietet hier kostenlose Fortbildungen an. Auch werden in Kooperation mit dem Freiwilligenzentrum Offenbach regelmäßig Schulungen zum Seniorenbegleiter durchgeführt. Dass eine Informationsveranstaltung zu den neuen Pflegegraden gewünscht wird, die seit Januar 2017 gelten, hat Koordinatorin Wittfeld schon notiert.

Im Caritasverband Offenbach hat die Ehrenamtsarbeit im Rahmen der Altenhilfe eine lange Tradition. „Der Lauterborner Helferkreis“ etwa biete seit bald 40 Jahren den Bewoh-nern des Pflegeheims St. Ludwig Woche für Woche einen bunten, abwechslungsreichen Nachmittag. Waffelbacken ist nur ein Beispiel für viele gemeinsame Aktionen. Neben weiteren Gruppen engagieren sich zahlreiche Einzelpersonen. Das kann eine regelmäßige Begleitung und Betreuung einzelner Heimbewohner sein oder anlassbezogene einzelne Angebote. „Den typischen Ehrenamtlichen gibt es gar nicht“, so Wittfeld. Jeder bringe sich mit seinen persönlichen Stärken, Hobbys, Interessen und seinen zeitlichen Möglichkeiten ein. In der Summe komme so ein großer Schatz an Angeboten und Erfahrungen zusammen, von dem neben den betreuten Personen auch alle Ehrenamtlichen profitieren können, wenn sie voneinander wissen. (sha)

Neuinteressenten für das Ehrenamt wenden sich gerne an:
Frau Ingrid Wittfeld
Tel. 069/ 84005-162

Caritaszentrum Offenbach
Altenpflegeheim St. Elisabeth
Schumannstraße 172
63069 Offenbach

Mehr Infos zum Ehrenamt in der Caritas-Altenhilfe unter
www.caritas-offenbach.de/alter-und-pflege/ehrenamt/