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Stand: 07.08.2019

Pressemitteilung

Empathie-Award Pflege: Preisträgerin arbeitet bei Caritas in Rödermark

Offenbach. Im Spätsommer hatte die AOK Hessen ihren Empathie-Award ausgelobt. Gesucht wurden authentische Geschichten aus dem Pflege-Alltag, erzählt von Pflegebedürftigen, Verwandten oder Kolleginnen und Kollegen aus der Einrichtung oder dem Pflegedienst. Insgesamt 76 Er-zählungen kamen zusammen. Vier davon haben die Jury der AOK Hessen besonders überzeugt. Julia Plentz, die für den Caritasverband Offenbach/Main e.V. arbeitet und zwei Demenz-Wohngruppen betreut, konnte den ersten Platz belegen.

„Ob eine Patientin kurzzeitig ‚verschwindet‘, das gesuchte Strickzeug im Kühl-schrank auftaucht, im hohen Alter noch die große Liebe ausbricht oder eine Schwangerschaft sich als Verstopfung herausstellt, Frau Plentz ist dabei, be-gleitet alles liebevoll. Sie wird jeden Tag sehnsüchtig erwartet“, berichtet ihre Kollegin Julia Jedlicsek, die der AOK Hessen auf zwei Seiten ihre positiven Eindrücke geschildert hatte. Die andere Julia wusste davon zunächst nichts und konnte ihr Glück zunächst kaum fassen. Immerhin ist mit dem Preis auch eine Belohnung von 3.000 Euro verbunden, weitere 1.500 Euro gehen an das Team. Die 39-jährige ist eine gelernte Krankenschwester und betreut zwei Wohngruppen mit insgesamt dreizehn Mieterinnen und Mietern in Rödermark, die rund um die Uhr begleitet wird, seit 2017. „Mich bestätigt diese Auszeich-nung darin, den richtigen Beruf ergriffen zu haben. Wobei das wirklich wichtige Feedback von den Patientinnen und Patienten kommt, sie spiegeln einem sehr gut, ob ihnen gegenüber eine empathische, aufrechte, respektvolle  Haltung besteht, aber auch von deren Verwandten“, meint sie. Eine Weiterbildung im Bereich Gerontopsychiatrie hat sie vor wenigen Tagen beendet. Natürlich sei diese Arbeit fordernd, aber dass sie jemals Enthusiasmus verlieren könnte, damit ist nicht zu rechnen. „Eine sinnvollere Tätigkeit kann ich mir jedenfalls kaum vorstellen“, so Julia Plentz weiter. Sie ist der Auffassung, dass viel zu oft negativ über die Pflege gesprochen werde und dadurch möglicherweise ein schiefes Bild entstünde.

„Da hat es die Richtige getroffen“, meint Ralf Hain, AOK-Beratungscenter-leiter in Offenbach. Er hatte die Preisträgerin eingeladen, um mit ihr über ihren Beruf und den Pflege-Alltag zu sprechen. „Wir wollen mit unserem Empathie-Award Pflegeprofis ehren, die nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern darüber hinaus besondere menschliche Qualitäten besitzen. Wir glauben, dass professionelle Pflege – auch wenn hier zuweilen ein gewisser Zeitdruck eine Rolle spielt – mit Entgegenkommen und sozialer Wärme zu tun haben kann. Sehr oft sogar. Viele Menschen, die sich für diesen Beruf entschieden haben, sehen ihn als Berufung, nicht nur zum Broterwerb“, meint Hain. Der dreiköpfi-gen Jury* der AOK Hessen ist die Geschichte über Julia Plentz schon recht früh aufgefallen. Die Auswahl fiel jedoch trotzdem nicht leicht. Zu viele Beiträge haben mitunter sehr berührende, emotionale Begegnungen geschildert, die tagtäglich in hessischen Haushalten, Wohngruppen und Kliniken stattfinden.

*Robert Ringer (Pflegechef), Ralf Metzger (Kommunikationschef), Dr. Angela Smith (Leitende Ärztin)