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Stand: 31.10.2018

Pressemitteilung

Bischof Peter Kohlgraf besucht Caritas in Offenbach

In den Monaten Oktober bis Dezember ist der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf im Dekanat Offenbach häufig unterwegs: Während seiner Visitationsrunde besucht er neben den Kir-chengemeinden zahlreiche weitere kirchliche und karitative Einrichtungen in Offenbach. Im November war Bischof Kohlgraf nun zu Gast bei der Caritas in Offenbach. Caritas-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten Gelegenheit, ihre Arbeit im persönlichen Gespräch vorzustellen, Entwicklungen aufzuzeigen, Eindrücke und Anliegen zu formulieren.

Mit einem Rundgang durch das zentral in der Innenstadt gelegene Caritashaus St. Josef, an dem auch Dekan Andreas Puckel teilnahm, startete Bischof Kohlgraf seinen Besuchstag am frühen Vormittag. Unter einem Dach vereint sind im Caritashaus Beratungsdienste, an die sich Menschen in den verschiedensten Lebenslagen wenden können: von der Schwange-renberatung über Hilfen für Familien und Paare bis hin zu Senioreninitiativen. Das Angebot der sogenannten „Allgemeinen Lebensberatung“ ist eine zentrale Anlaufstelle, erklärte Mitarbeiterin Anke Besslich-Bechtold. Wenn Ratsuchende hier anklopfen, weil ihnen Probleme über den Kopf wachsen, kann sie klären, welche Hilfen möglich sind: Schuldnerberatung? Beratung in Beziehungsangelegenheiten oder bei Erziehungsfragen? Wohnraumberatung? Ein Problem kommt selten allein, weiß Besslich-Bechtold. Auf spezielle Offenbacher Bedürfnisse zugeschnitten sind zudem verschiedene Unterstützungsangebote und Integrationsprojekte für neuzugewanderte Bürger.

Niedrigschwellige, aufsuchende Hilfen vor Ort sind typisch für die Arbeit der Caritas in Offenbach. „Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. So finden wir Zugang auch zu Bürgern, die sich damit schwertun, von alleine auf uns zuzukommen“, sagte Caritasdirektorin Christiane Leonhardt-Içten. Ein neues Projekt ist im Oktober an den Start gegangen: eine Straßenambulanz für Menschen ohne Krankenversicherung, die pflegerisch-medizinische Hilfe benötigen. Auch darüber ließ sich Bischof Kohlgraf von Caritas-Mitarbeitern ins Bild setzen und wünschte ihnen Kraft und Gottes Segen für die anspruchsvolle Aufgabe.

Sowohl bei der Straßenambulanz als auch bei vielen weiteren Projekten arbeite die Caritas Hand in Hand mit anderen Wohlfahrtsverbänden, Einrichtungen und ehrenamtlichen Initiativen, betonte die Leiterin des Caritashauses, Anette Bacher. Das Offenbacher Netzwerk sei eng geknüpft und funktioniere. Das gelte auch für die Suchthilfe. Im Caritashaus sind neben Caritas-Mitarbeiterin Nihal Dikici auch die Helfer der Selbsthilfe-Gemeinschaft „Kreuzbund“ Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige bei Suchtproblemen. An der Diskussionsrunde mit dem Bischof nahmen sie ebenso teil, wie Mitarbeiter der Wohnraumberatung und der Gemeindecaritas. Einig war sich die Runde darin, dass der Erhalt stabiler Partnerschaften, Ehen und Familien ein zentrales Anliegen der Gesellschaft sein müsse – und sich in der Bereitstellung ausreichender Unterstützungsangebote widerspiegeln solle. Ob prekäre Einkommenssituation, Wohnungsverlust, Erziehungsprobleme, Depression, Suchterkrankung: so manche Problemlage, die mit einer zerbrochenen Beziehung einhergehen kann, ließe sich vermeiden oder abmildern.

Nach dem Besuch des Caritashauses ging es zu Fuß ins nahe gelegene „Gelbe Haus“, ein Standort der „Initiative Arbeit im Bistum Mainz e. V.“ in der Marienstraße. Die Initiative qualifiziert, berät, fördert und beschäftigt Menschen auf ihrem Weg in Erwerbsarbeit. Dem Caritasverband Offenbach ist sie als korporatives Mitglied verbunden. Im „Gelben Haus“ werden im Schwerpunkt Jugendliche und junge Erwachsenen begleitet und unterstützt. Sein handwerkliches Geschick konnte Bischof Kohlgraf dort unter Beweis stellen: In der Produk-tionsschule Holz, die er besichtigte, fertigte er mit Unterstützung von Auszubildenden eine Figur für eine Weihnachtskrippe. Mit Weihnachtswünschen von Bischof Kohlgraf signiert, wird diese Krippe in diesen Tagen versteigert; der Erlös wird der Produktionsschule zugutekommen. In einer Runde mit jungen Klientinnen und Mitarbeitern entspann sich zudem ein Gespräch über Berufsperspektiven, die sich durch eine Teilnahme an den Programmen im „Gelben Haus“ eröffnen.

Bevor die Bischofsvisitation am Nachmittag im Caritaszentrum im Offenbacher Stadtteil Lauterborn fortgesetzt wurde, machte Bischof Kohlgraf im Caritas-Sozialkaufhaus „Luise 34“ Halt. In der herbstlich dekorierten Cafeteria des Kaufhauses erwartete den Gast und seine Begleiterinnen und Begleiter ein leckeres Mittagsmenü mit Gemüselasagne.

Zum Auftakt des Besuchsprogramms im Caritaszentrum hielt Bischof Kohlgraf eine Andacht in der Hauskapelle des Altenpflegeheims St. Ludwig. Neben Bewohnern nahmen daran indische Ordensschwestern teil, die in den Heimen als ausgebildete Krankenschwestern in der Pflege arbeiten oder sich in Ausbildung befinden. Bischof Kohlgraf informierte sich somit aus erster Hand über die bereits seit dem Jahr 2013 bestehende und bewährte Kooperation des Caritaszentrums mit den Marthaschwestern aus der indischen Provinz Kerala.

Bei einer späteren Führung durch die beiden im Grünen gelegenen Altenpflegeheime St. Ludwig und St. Elisabeth erklärte Einrichtungsleiterin Katja Roßwog die Charakteristika der beiden Häuser. Während der Charme des kleineren St. Ludwig in seiner familiär geprägten Atmosphäre zum Ausdruck kommt, besticht St. Elisabeth durch seine lichtdurchflutete Architektur. Für beide Einrichtungen gilt: „Im Mittelpunkt steht für uns der betreute Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen, Ressourcen und mit seiner Biografie. Auch in der stationären Pflege aktivieren wir gezielt die Mobilität und Selbstständigkeit unserer Bewohner; sei es durch Physio- und Ergotherapie oder Freizeitprogramme“, so Roßwog. Erst kürzlich wurde das Caritaszentrum für sein Präventionskonzept „Fit bleiben in Kopf und Bein“ bei einem bundesweiten Wettbewerb ausgezeichnet, berichtete sie.
Aber auch die zukünftige Ausrichtung der Pflegeheime war ein Thema. Über damit einher-gehende Umbaumaßnahmen – etwa die Erweiterung der Speisesäle oder die Einrichtung neuer Wellness-Pflegebäder – konnte sich Bischof Kohlgraf vor Ort ein Bild machen.
Bei Kaffee und Kuchen – im Gespräch mit Heimbewohnern, Pflegekräften und weiteren Mitarbeitern – ließ Bischof Kohlgraf seinen Besuch im Caritaszentrum ausklingen.

Fazit von Caritasdirektor Michael Klein und Caritasdirektorin Christiane Leonhardt-Içten, die sich bei einem Gespräch auf Vorstandsebene mit Bischof Kohlgraf zusammengesetzt hatten: „Es war ein intensiver Austausch, der auch Raum für Fragen und Anliegen des Vorstandes ließ“, so Klein. Leonhardt-Içten ergänzte: „Als der Bischof bei seiner Abfahrt ins Auto stieg, sagte er, dass er sich bei uns wohlgefühlt habe. Gibt es ein schöneres Kompliment an unseren Verband?“